irgendwie ist noch eins
prozessen unterworfen
kaum noch erinnert
kaum noch erinnernd
das äußerste verinnerlicht
das innerste veräußert
ein eifriges getue
zum wohlgefallen des
monströsen kontinuums
hört die monstren wie sie hungrig grunzen
seht sie wie sie gierig aus den glotzen
 lunzen
sie fraßen es längst auf
und schieden es dann aus
da liegt es nun und strampelt
im monströsen kontinuum
prozessen unterworfen
ruhe sanft kleines alien

wie kann man allgegenwärtiges verlassen
wie ankommen wenn man nicht weiß wo
wann losgehen wenn man nicht weiß
ob man längst unterwegs ist
abfahrt und ankunft verwechseln sich
oder sind es nicht
oder doch
oder wir erkennen sie nicht
oder sie verbergen sich
oder sie verkleiden sich
egal also
wir sind überall
eine beruhigende orientierungslosigkeit
die keine verirrung hervorruft
die nicht schon längst in ziellosigkeit
 endete
lean back and watch the fireworks

kein schlupfloch
das nicht auch hinein führt
wer will wissen wo er ist
wenn sich alle über den ort ihres
 aufenthaltes einig sind
wer kann wissen wo es hingeht
wenn alle meinen sie wären gleich da
eine beruhigende einförmigkeit
die der ratlosigkeit selbstgewissheit
 angedeiht

solange sich alle dabei wohlfühlen
gehen sie folgsam in ihren untergang
wenn alle dabei lügen
sagst du die wahrheit
wenn alle dabei schweigen redest du
wenn alle wegsehen siehst du hin
die bilder

das monströse kontinuum

Logo von Albrecht Riegers Roman Noir Die Krähen

Primordiales Exil

Ich weiß es nicht genau.
Kann sein, dass ich jetzt am Schreibtisch
sitze.
Vielleicht die Hektik wie Stupor.
Vielleicht die Ruhe als Überschallknall.
Eine Art ubiquitäre Gefangenschaft.
Genuine Gedanken hopsen hervor wie
groteske Monster,
impulsive Gefühlsäußerungen wie
schweinische Zoten.
Freiheit beschränkt sich auf Freizeit, 
die ihrerseits kategorisiert ist;
Erwerbsleben auf den Erwerb seiner
selbst.

Warum gefällt mir das nicht?
Die meisten wirken zufrieden.
Vielleicht wese ich auf einer anderen
Astralebene, 
und dieses Leben hier hängt herein wie ein
eingeschlafener Fuß.
Meine dörflichen Nachbarn wie ausgeätzte
Hühneraugen, 
das Pflaster ihr Eigenheim.
Vielleicht ist das nur eine
Kreislaufschwäche.
Vielleicht bin ich auch ein verirrter Stylit,
den seine Umgebung nervt wie 24 Stunden
 Surprise-Party.
Kann sein, dass ich jetzt im Garten sitze.
Denn auf dem Nachbargrundstück protzt wieder der pralle Muskelmops.
Er ist Stylist.

epidemoji

bild aus dem ensemble das drachenauge mit prosatext im zentrum.
nie wieder sauerstoff
das funnyversum sucht sich seine
adoranten
unter onkelz und auch tanten
schleift es ecken uns und kanten
mollig sweet und rund
atmung is fürn hund
so sei die asphyxie gesund
für alle zerebralen qualen
kopfgehalt wird fein zermahlen
und rieselt ab durch breite gaps
nix mindmaps nur noch naps
mit no gi emoji
denn wer will noch selber leben
nie wieder sauerstoff eben
schon bald verließen sie die biosphäre
und verloren alle erdenschwere

Die Marionetten-dämonen

Schon bald wo Marionetten
nicht an Fäden, sondern Ketten hängen,
hast du sie abgehängt um Längen.

Geh also fort, wo die Dämonen wohnen,
dort, wo sie hilflos wie die Drohnen
 thronen,
in unentwirrten Fadenhaufen
sich verwirrt verlaufen.

Du brauchst sie nicht, weil sie nichts ahnen
von ornamentalen mentalen Bahnen,
in denen du dir fremde Welten
erschaffst, die nur für dich noch gelten.

Doch plötzlich merkst du, dass du
 suchtest,
was als Gewissheit du verbuchtest,
in deinen schönen Labyrinthen
siehst du weder vorn noch hinten.

Du starrst auf einen Strippenknäuel,
der eingerollt vor dir zum Gräuel
und zum Schreck entstand - durch deine 
Hand.
Na und?

Dann bleib doch dort, wo die Dämonen in
 Äonen
nicht wissen was sie vermissen.
Denn den Dämonen und denMarionetten, 
die an dir hingen wie die Kletten,
hast du abgeschworen.
Das Knäuel und den Faden hast du längst
 verloren.

Stattdessen häng ich meine Strippe
mit fettem Brocken in die Stippe.
Petri Heil, hier ist es geil!
(Und Ariadne wird vergessen.
Soll sie der Minotaurus fressen.)

utopia

die unerschrockenheit ob aller grausamkeiten und der wunsch und das ziel zur überwindung aller angst ohne die aussicht das unvermeidbare unheil vermeiden zu können das wäre dann freiheit

renne renne durch felder und stolperst und längs auf die fresse in dreck fliegst spring hoch und renne ohne schmerzen und bist nicht dreckig nichts wo rennst du hin weißt du ob du angreifst oder fliehst kannst du es voneinander unterscheiden liegt dein zweck im rennen oder in dessen zweck du rennst rennst und rennst immer schneller und du kennst kein ziel du wirst nie eines erreichen und du willst kein ziel das du erreichtest hättest du alles verloren du hast vergessen wo du herkamst noch willst du wissen was du tust und rast in deiner freiheit die niemals endet und nie begann

hast du den mut zu kämpfen wenn es keinen anderen ausweg mehr gibt und wirst du kämpfen und deine angst besiegen und die bewegungen deines körpers angemessen steuern dass die glieder nicht zittern und keine lähmung dich niederdrückt und wirst du mit fester stimme sprechen und zornerfülltes brüllen wird deine ganze kraft herausschleudern und wirst du verzweifeln und scheißen und weder mut noch angst werden dich siegen oder verlieren lassen denn sie sind keine gewähr für das in ihnen vermutete stirbt mit dir wie ein mann aber stirb und du wirst siegen wenn du kämpfst und frei sein wirst und für immer gerettet leuchtest und löst du dich auf aber kämpfe und besiege kämpfend die angst vor den vernichtenden schmerzen des todes bis du kraftvoll krepierst
wenn alle verharren handelst du
behauptest du
wenn alle alle sind gehörst du aber dazu
wie kann ich die tür sehen
wenn es keine wand gibt
wie vergeht die zeit
wenn ich mit ihr gehe
vielleicht verstopfe ich die
 verbindungswege
mit mir selbst
vielleicht muss ich es überlagern
nicht verlassen
wie kann ich davon erfahren
wenn ich nicht zuhöre
und nicht sehe
und niemand sonst etwas bemerkt

du solltest aufstehen und weggehen
oder dort wo du hinkommst
die verhältnisse verändern
doch das belässt dich ebenfalls
im monströsen kontinuum

es gibt kein leben
außerhalb diesem
jedes verlassen ist eine illusion
du kommst nirgendwo an
weil du nicht vorankommst
egal wie schnell du bist und wie geschickt
in allerlei wendungen und dem auffinden
von ausgängen
du bist nicht verloren
sondern gefunden
du bist nicht anonym
sondern identifiziert

gehe hin und sündige fortan
nicht mehr
du bist geknackt

da liegst du nun und strampelst
im monströsen kontinuum
prozessen unterworfen
ruhe sanft kleines alien
wie tapfer du dich wehrtest
dein kurzes leben lang
wie stark du doch bist
das ist deine freiheit
der wille zu ihr
mehr ist es nicht
mehr kann es nicht sein
ankommen wirst du nie
denn du bist schon da
mehr ist es einfach nicht
Spiralkopf Urform von Albrecht Rieger als Symbol für kontemplatives Denken Spiralkopf Urform als Symbol für inversive Gedankenspiralen Das Drachenauge 3
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